…zum Paradies…

Hermann Karl Hesse ( 02.07.1877 – 09.081962)

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“Usually, paradise only reveals its identity once we have been evicted from it.”

http://www.bettyannewaters.de en.wikipedia.org/wiki/Conviction_%28film%29

Erdbebenkatastrophe Japan

Aus dem Theater Hagen:

Kabarett des Sprachverwandlers

Werner Schneyder mit dem Thema „Ich bin konservativ“
18. März 2011 – 19.30 Uhr – Großes Haus

Karten unter 02331/ 207-3218 oder www.theater.hagen.de

Hanns Dieter Hüsch bezeichnete ihn als „Lessing des deutschsprachigen Kabaretts“. Er selbst nennt sich Kabarentner und Universaldilettant: „Ich habe meinen Don-Juanismus auf den Beruf umgelegt. Ich bin ein Berufs-Don-Juan:“ Werner Schneyder.
Seit 1974 steht er erfolgreich auf der deutschsprachigen Kabarettbühne. Viele kennen ihn noch aus den 90er Jahren, als er als Kommentator der Boxkämpfe von Henry Maske Kultstatus erlangte. Für den Österreicher ist Sport und Kabarett keine ungewöhnliche Kombination. Es passt seiner Meinung nach zusammen, denn das letztere ist für ihn als Sportkenner ein Spiegel von Existenz, Soziologie, Ökonomie und außerdem ein hoch sinnliches Vergnügen. Dabei sind die beiden Tätigkeitsstränge bei weitem nicht die einzigen, denen er sich widmet. Er ist zudem Autor diverser literarischer Genres, Schauspieler und Regisseur. Der gemeinsame Nenner all seiner Tätigkeiten ist die Sprache, und insbesondere bei seinen Auftritten zeigt er sich als selbstironischer Souverän des pointierten Dialogs, der mit Esprit und großem Sachverstand Kabarett als verbalen Boxkampf auf höchstem Niveau präsentiert. Seine Vielseitigkeit nennt er „eine wildgewordene Einseitigkeit“ und setzt hinzu:“Man lässt sich treiben, nimmt Herausforderungen an, legt sich Latten und springt lieber drüber, als unten durch zu laufen.“
Das Gastspiel mit Dieter Hildebrandt im Januar 1985 in Leipzig begreift er als Höhepunkt seiner Kabarettistenlaufbahn. Das Duo zeigte einen umjubelten Querschnitt durch die bisherigen gemeinsamen Programme, zu einer Zeit, in der noch niemand an den Fall der Mauer glaubte. Wenn man ihn nach seiner Zusammenarbeit mit Dieter Hildebrandt fragt, meint er ganz nonchalent: „ Das Ganze geschah, wie vieles in meinem Leben, ohne mein Zutun. Ein Theaterkollege hat uns verkuppelt. Hildebrandt suchte einen Schreiber mit neuem Stil, und da war ich wohl der richtige Mann am richtigen Ort. Daraus hat sich dann eine tolle Bühnenfreundschaft entwickelt.“
Bis 1982 – mit Ausnahme des Gastspiels in Leipzig – trat das Duo Schneyder-Hildebrandt gemeinsam auf, dann trennten sich ihre Wege. Werner Schneyder startete eine Karriere als Solo-Kabarettist und gestrenger Kommentator politischer Entwicklungen und Strömungen. Seine Programme waren immer geprägt von Mitgefühl für die sozial Schwachen und vom beißenden Spott gegen die Machthaber dieser Welt. Bis er im Jahr 1996 die Bühne für die Jüngeren freigab. Er hatte das Gefühl, alles, was er sagen wollte, in der Öffentlichkeit preis gegeben zu haben. Kabarett bedeutet für ihn Widerstand, und diesen Widerstand sollten nun die Jüngeren übernehmen. Zudem waren einige Dinge liegen geblieben: Theaterarbeit jedweder Art, ein bisschen Literatur etc.., denen er sich wieder widmen wollte.
Doch 2008 kehrte er wieder auf die Bühne zurück. Beim Zusammenstellen des Programms für die Ruhrfestspiele, das Höhepunkte aus fast 30 Jahren Kabarett und politischem Chanson beinhalten sollte, überkam Schneyder der Ehrgeiz, diese zu aktualisieren und die klassischen Texte in Relation zur Gegenwart zu setzen. So entstand sein aktuelles Programm „Ich bin konservativ“, für das Schneyder auch prompt mit dem „Stern der Satire“ des Deutschen Kabarettarchivs ausgezeichnet worden ist, und das am 18. März 2011 im theaterhagen zu erleben sein wird. Die Zuschauer erwartet ein listenreicher Conférencier, der an dem Abend eine ebenso seltene wie elegante Verbindung von gesellschafts-analytischem Kabarett und melancholischen, literarischen und politischen Chansons eingeht. Das Komödiantische nicht zu vergessen! Vielleicht schafft er es ja noch bald, sich einen beruflichen Wunsch zu erfüllen, den er schon lange hegt, aber neben seinen vielen Tätigkeiten, noch keine Zeit dazu gehabt hatte: die Übersetzung veristischer Opern ins Deutsche. U.a.„Carmen“ und „Bohème“ haben es ihm angetan, wobei er beweisen möchte, dass eine Übersetzung der Opern ins Deutsche durchaus funktionieren kann. Wir werden sehen. Doch zuerst wird er am 18. März in Hagen auf der Bühne stehen, und wie er hofft, das Publikum vielleicht ein bisschen spalten. Er wünscht sich von seinem Programm eine gewisse Nachhaltigkeit, über den Abend hinaus, um Diskussionen anzustoßen. „Liebe Box-Freunde, Box-Skeptiker, Box-Gegner“ heißt der legendäre Satz, mit dem er jede seiner Übertragungen einleitete. Das gilt dann wohl auch am 18. März.

vormerken!

Werner Schneyder „Ich bin konservativ“

18. März 2011 – 19.30 Uhr – Großes Haus

Karten unter 02331/ 207-3218 oder www.theater.hagen.de

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